"Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." – Sebastian Kneipp

Blutdruck senken ohne Medikamente

Published Dezember 17, 2013 in Bluthochdruck - 0Comments

Nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Blutdrucksenkung

BluthochdruckWenn der Arzt Bluthochdruck diagnostiziert hat oder man selbst durch Blutdruckmessung zu Hause feststellt, dass die Blutdruckwerte über dem Durchschnitt liegen, ist es an der Zeit zu handeln.

Wer es richtig angeht, kann nicht nur seine Blutwerte senken, sondern auch Herzerkrankungen vorbeugen.

Je nachdem, wie hoch Ihre Werte sind, müssen gegebenenfalls blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden. Dies sollte individuell mit dem Arzt abgesprochen werden. Grundlage jeder Therapie ist aber immer eine Änderung des Lebensstils.

Was viele Menschen nicht wissen: Nur durch eine solchen Änderung der Gewohnheiten kann der Blutdruck auch langfristig gesenkt und das Risiko für Folgeerkrankungen reduziert werden!

In manchen Fällen reicht die Änderung des Lebensstils bereits aus und es müssen gar keine Medikamente eingenommen werden. Je nach Höhe des Blutdrucks und weiteren Risikofaktoren kann eine Medikamenteneinnahme aber unumgänglich sein.

Die Entscheidung darüber liegt immer beim Arzt, lassen Sie sich deshalb ausführlich beraten und folgen Sie immer den ärztlichen Anweisungen, um gefährliche Spätfolgen zu verhindern!

Den eigenen Lebensstil ändern erfordert natürlich eine gewisse Disziplin und langfristiges Durchhaltevermögen.


 

10 nicht-medikamentöse Maßnahmen um die zu hohen Blutwerte wieder unter Kontrolle zu bekommen

Unterstützung suchen

Wer vor hat, seinen Lebensstil dauerhaft auf den Kopf zu stellen, sollte sich Unterstützung suchen. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Familie und mit Freunden: Die Menschen in Ihrer Umgebung können Sie ermutigen, Sie beim Durchhalten unterstützen – und vielleicht findet sich ja sogar jemand in Ihrem näheren Umfeld, der ein ähnliches Problem hat und das ganze mit Ihnen zusammen durchstehen kann!

Erklären Sie zum Beispiel Freunden und Familie, welche Blutdruckwerte Ihr Ziel sind und wie Sie dieses erreichen wollen. Dadurch werden die Ziele auch für Sie selbst konkreter und es gibt einen Ansporn, auch durchzuhalten.

Nutzen Sie außerdem auch professionelle Hilfsangebote: Neben dem Beratungsgespräch beim Arzt gibt es auch viel schriftliches Material mit wertvollen Tipps aus der Praxis oder der Apotheke. Viele Krankenkasse bieten Programme zur Senkung des Blutdrucks an, außerdem gibt es im Internet und in den Printmedien eine Vielzahl von Ratgebern zu diesem Thema.

Sie müssen es nicht alleine schaffen! Informieren Sie sich, holen Sie sich Unterstützung und legen Sie konkrete Ziele fest, die sie mithilfe Ihres Umfeldes und spezieller Programme erreichen wollen!

Regelmäßige Kontrollen

Kontrolle zu Hause

Die regelmäßige Messung des Blutdrucks ist sehr wichtig für die Verlaufskontrolle: Sind die Änderungen des Lebensstils effektiv; schlagen die Medikamente an? Deshalb muss der Blutdruck jeden Tag kontrolliert und die Werte in einem Blutdruck-Tagebuch dokumentiert werden.

Ein solches tabellenartiges Tagebuch bekommt man zum Beispiel in der Apotheke oder im Internet, unter anderem auf der Seite der Hochdruckliga oder vieler pharmazeutischer Unternehmer.

Jeder Hochdruck-Patient sollte aus diesem Grund ein Blutdruck-Messgerät zu Hause haben, das der Arzt nach der Diagnose verschreibt. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Die heute gängigen Blutdruckmessgeräte für zu Hause bestehen aus einer Staumanschette, die entweder am Handgelenk oder am Oberarm angelegt wird, sowie einem elektronischen System zur Auswertung. Alles vollautomatisch – trotzdem kann bei der Messung aber einiges schief laufen. Die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden können, sind im Folgenden aufgelistet:

Fehler Auswirkung auf die Messung Fehler Vermeiden
Messung direkt nach körperlicher Aktivität wie Treppensteigen Zu hohe Werte Ruhezeit von mindestens 5 Minuten vor der Messung einhalten
Kaffeegenuss oder Rauchen vor der Messung Zu hohe Werte Mindestens 30 Minuten vor der Messung kein Konsum von Coffein oder Nicotin
Starker Harndrang während der Messung Zu hohe Werte Vor der Messung Blase entleeren
Sprechen und Bewegungen während der Messung Verfälschung der Werte Ruhiges und entspanntes Sitzen während der Messung
Wechsel des Arms Unterschiedliche Werte Messung immer am gleichen Arm durchführen
Staumanschette nicht auf Herzhöhe Verfälschung der Werte Bei Handgelenkmessgeräten: Ellenbogen aufstützen;

Bei Oberarmmessgeräten: Unterarm entspannt ablegen

Schnell aufeinander folgende Messungen Verfälschung der Werte Zwischen zwei Messungen mindestens 5 Minuten warten

 Kontrolle beim Arzt

Auch der behandelnde Arzt muss den Blutdruck regelmäßig kontrollieren, besonders zu Beginn der Therapie ist eine engmaschige Überwachung notwendig.

Bringen Sie zu jedem Arztbesuch auch unbedingt Ihr Blutdruck-Tagebuch mit, damit der Arzt beurteilen kann, ob eventuell in der Praxis ungewöhnlich hohe Werte auftreten. Diese sogenannte „Weißkittel-Hypertonie“ wird durch Anspannung und Nervosität in der Praxis verursacht und tritt bei vielen Patienten auf.

Der Arzt überprüft mithilfe der aktuellen und der von Ihnen zu Hause gemessenen Werte, ob die Therapie erfolgreich ist und ob die eventuell verschriebenen Medikamente in Ihrem Fall effektiv sind.

Versuchen Sie unnötigen Stress zu vermeiden

Viel Stress und ständige Sorgen, können auch den Blutdruck steigen lassen. Nehmen Sie sich daher einmal die Zeit und denken Sie darüber nach, welche Faktoren in Ihrem Leben besonders dafür sorgen, dass Sie sich gestresst, besorgt und ausgelaugt fühlen.

Vielleicht ist es der Druck auf der Arbeit oder Probleme in der Familie? Auch finanzielle Schwierigkeiten oder eine schlimme Krankheit können häufige Gründe sein.

Wenn Sie die Quelle für den zusätzlichen Stress ausfindig gemacht haben, sollten Sie sich damit beschäftigen, wie eine Lösung für das Problem gefunden werden kann. Wenn es keine direkte Lösung gibt, denken Sie zumindest über Optionen nach, die Sie dabei unterstützten ruhiger und gelassener mit der Situation umzugehen.

  • Es ist ganz klar, dass man nicht immer alle Stressfaktoren im eigenen Leben beseitigen kann. Das ist auch gar nicht die Voraussetzung. Wichtig ist zu lernen, wie man richtig mit Problemen umgeht und trotzdem einen Weg findet auch mal abzuschalten
  • Bauen Sie in Ihren Alltag kleine Pausen ein. Kurze Zeitabschnitte, in denen Sie für ein paar Minuten abschalten und entspannen können
  • Unterstützende Maßnahmen sind beispielsweise Atemübungen, Massagen, Yoga und Meditation.

Wenn Sie selbst keine Lösung finden, sollten Sie sich auf jeden Fall nach professioneller Hilfe umsehen. Schließlich geht es hier um Ihre Gesundheit – und die kann Ihnen niemand ersetzen.

Versuchen Sie auf Koffein zu verzichten – zumindest teilweise

Ob Koffein wirklich eine Rolle spielt, wenn es um Bluthochdruck geht, ist nach wie vor umstritten. Wer häufig Heißgetränke mit Koffein zu sich nimmt, kann damit vorübergehend für erhöhte Blutdruckwerte sorgen. Es ist allerdings nicht bewiesen, ob dieser Zustand auch langfristige Folgen hat.

Wenn Sie überprüfen wollen, ob der Genuss von Koffein Ihren Bluthochdruck zusätzlich in Höhe treibt, müssen Sie die Werte innerhalb von 30 Minuten nach dem Verzehr überprüfen. Sollten sich die Werte in dieser Zeit um fünf bis zehn Punkte erhöhen, reagieren Sie wahrscheinlich sehr sensitiv auf den Effekt von Koffein auf den Blutdruck.

Vermeiden Sie den Genuss von Tabak

Mal ganz abgesehen davon, dass Rauchen ohnehin sehr ungesund und schädlich ist, kann das Nikotin im Tabak auch den Blutdruck erhöhen; bis zu 10 mm Hg oder mehr, innerhalb einer Stunde nachdem Sie geraucht haben. Wenn Sie also Kettenraucher sind und den ganzen Tag über rauchen, kann Ihr Blutdruck konstant erhöht bleiben.

Unterm Strich sollten Sie daher am besten vollständig mit dem Rauchen aufhören, es zumindest aber stark reduzieren.

Auch als Nichtraucher sollten Sie das Passivrauchen, wenn möglich vermeiden, denn auch dies führt zu gesundheitlichen Problemen.

Reduzieren Sie den Alkoholkonsum

Der Konsum von Alkohol kann für die eigene Gesundheit sowohl gut wie auch schlecht sein. In kleinen Mengen kann es den Bluthochdruck sogar um zwei bis vier mm Hg senken. Allerdings versiegt diese kleine Hilfe, wenn Sie beginnen es mit dem Konsum zu übertreiben.

Es gilt, mehr als ein alkoholisches Getränk pro Tag ist bereits schädlich und sorgt für das genaue Gegenteil. Hinzu kommt auch, dass wenn Sie normalerweise überhaupt gar keinen Alkohol trinken, Sie auf keinen Fall damit beginnen sollten, nur um die Werte etwas zu senken.

Wer trotzdem wesentlich mehr konsumiert, läuft Gefahr die Werte um mehrere Punkte in die Höhe steigen zu lassen. Zudem kann ein übermäßiger Konsum von alkoholischen Getränken die Wirksamkeit von Medikamenten, gegen Bluthochdruck, negativ beeinflussen und senken.

  • Sie sollten einen genauen Überblick haben, wenn es um Ihre Trinkgewohnheiten geht, und sich an die erlaubten Mengen halten.
  • Wenn Sie ohnehin viel Alkohol konsumieren, hören Sie auf. Dies sollte auf keinen Fall von jetzt auf gleich geschehen, denn auch das ist ungesund. Ziehen Sie Arzt zu Rate und planen Sie eine Vorgehensweise, um langsam runter zu kommen.

Während der Diät das Salz reduzieren

Es reicht schon man die Nutzung von Salz beim Kochen oder während der Diät ein wenig reduziert. Dazu sollten Sie natürlich zunächst raus finden, wie viel Salz Ihre Diät oder Ihr Speiseplan überhaupt enthält. Achten Sie von jetzt an mehr auf die Etiketten auf den Nahrungsmitteln und lesen Sie sich genau durch, was drauf steht und drin ist.

Der Verzicht auf industriell verarbeitete Lebensmittel ist weiterhin ein Vorteil. Gefrorene Fertiggerichte oder Chips, enthalten viel Natrium und sollten nicht regelmäßig auf dem Essensplan stehen. Versuchen Sie zudem zum Salzen von Speisen eine Alternative zu finden. Auch bestimmte Kräuter und Gewürze machen eine Mahlzeit schmackhaft.

Niemand erwartet das Sie von Heute auf Morgen Ihre gesamten Essgewohnheiten umstellen. Nehmen Sie sich Zeit, beschäftigen Sie sich mit dem Thema und stellen Sie nach und nach um.

Eine gesunde Ernährung einführen

Wer seine Ernährung umstellt, um gesünder zu leben, sollte folgenden Lebensmittel unbedingt mit auf dem Plan haben:

  • Vollkorn
  • Obst & Früchte
  • Gemüse
  • Fettarme Milchprodukte

Wer überwiegend auf fettiges und ungesundes Essen, wie beispielsweise Fertigprodukte aus der Kühlbox, verzichtet, kann seinen Blutdruck um bis zu 14 mm Hg senken. Es gibt sogar spezielle Diätpläne, die direkt auf das Senken der Werte ausgerichtet sind.

Einfach mal so die Essgewohnheiten umstellen, ist natürlich keine einfache Sache. Es reicht jedoch schon, wenn Sie zu Beginn einige Tipps beherzigen; der Rest tut sich dann von ganz allein und folgt mit der Zeit.

  • Zunächst einmal sollten Sie damit beginnen eine Art Esstagebuch zu führen. Es reicht schon wenn Sie dies nur über einen Zeitraum von einer Woche machen. Im Anschluss kennen Sie Ihre Essgewohnheiten jedoch um einiges besser und wissen, wo die Schwierigkeiten liegen
  • Versuchen Sie die Kalium Zufuhr zu erhöhen, denn Kalium beugt den Effekten von zu viel Natrium, auf den Bluthochdruck, entgegen. Am besten beziehen Sie Kalium im übrigen durch Lebensmittel – Früchte, Gemüse. Wenn Sie sich bezüglich Ihres Kalium-Haushaltes nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Zusätzlich gilt es auch darauf zu achten, was auf der eigenen Einkaufsliste steht. Denn was Sie im Kühlschrank haben, bestimmt auch was auf den Tisch kommt. Machen Sie sich also vorab ruhig eine Liste und halten sich strickt daran. Und vergessen Sie nicht – keiner erwartet das Sie auf alle verzichten was Ihnen besonders gut schmeckt. Ausnahmen bestimmten schließlich die Regel.

Regelmäßig Sport treiben

Auch wer auf regelmäßige Bewegung achtet, kann seinen Bluthochdruck senken. 30 bis 60 Minuten an drei Tagen in der Woche reichen bereits vollkommen aus. Außerdem werden Sie auch schnell äußerlich Veränderungen am Körper feststellen. Und wer freut sich nicht darüber, wieder etwas besser in Form zu sein.

Wer unter sehr hohen Werten leitet, sollte den Plan definitiv mit dem Arzt besprechen und aufstellen.

Zudem geht es auch nicht darum Sportler des Jahres zu werden. Auch kleine Bewegungseinheiten können etwas verändern.

Gewicht reduzieren

Versuchen Sie etwas für die Linie zu tun und reduzieren Sie ihr Gewicht. Es kommt häufig vor, dass durch den Verlust überschüssiger Pfunde, auch die Blutwerte sinken. Dies wirkt sich im übrigen auch positiv auf die Medikamente aus, die Sie gegen den Bluthochdruck einnehmen. Sie können gemeinsam mit Ihrem Arzt ein Ziel-/Wunschgewicht bestimmen und darauf hinarbeiten.

Es gibt somit eine ganze Reihe von Ansätzen, um etwas gegen Hypertonie zu unternehmen. Es liegt bei Ihnen, den Anfang zu machen.