"Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." – Sebastian Kneipp

Kalium und sein Einfluss auf den Blutdruck

Published Februar 6, 2014 in Bluthochdruck - 0Comments

kaliumKalium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, den wir mit unserer Nahrung aufnehmen und der eine essentielle Rolle bei vielen Körperfunktionen spielt. Auch am Herzen und an den Blutgefäßen nimmt es eine Schlüsselrolle ein und hat so Einfluss auf den Blutdruck.

Kalium und seine Funktionen im Organismus

Als positiv geladenes Teilchen hat Kalium großen Einfluss auf die unterschiedlichsten Zellfunktionen: Sein Einstrom in die Beta-Zellen des Pankreas löst beispielsweise die Ausschüttung von Insulin aus. In unseren Blutgefäßen kann Kalium eine Entspannung der Muskulatur bewirken, sodass die Gefäße sich weiten und der Blutdruck sinkt.

Auch am Herzen spielt das positiv geladene Teilchen eine sehr wichtige Rolle: Das Herz ist ein Muskel, der ständig schlägt und so unser Blut in Zirkulation hält und unseren Organismus mit Sauerstoff versorgt. Damit dieser Muskel unaufhörlich schlägt und niemals aussetzt, arbeitet er autonom und braucht keinen Befehl des Gehirns um zu arbeiten. Und hier kommt Kalium ins Spiel:

In den sogenannten Taktgebern des Herzens, also Muskelbereichen, die sich selbst aktivieren ohne einen Nervenimpuls von außen zu brauchen, gibt es spezielle Kaliumkanäle, die sich automatisch öffnen wenn eine bestimmte Spannung der Muskelzelle erreicht ist. Das einströmende Kalium führt dann zu einer erneuten Aktivierung und Kontraktion der Muskelzelle. So schlägt das Herz immer weiter, Tag und Nacht.

Kalium spielt also eine sehr wichtige Rolle bei der Steuerung von Herz-Kreislauf-Funktionen. Menschen, die an Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, sollte besonders auf eine konstante und ausreichende Kaliumversorgung achten.

Es sei allerdings gesagt, dass Kalium keineswegs zur Behandlung von Herzerkrankungen geeignet ist oder als Vorsorge gegen diese gilt.

Sollte Ihr Hausarzt bei einer Blutuntersuchung feststellen, dass Sie an einem Kaliummangel leiden, so wird er genau mit Ihnen besprechen, welche Maßnahmen in Ihrem individuellen Fall zu ergreifen sind. Nehmen Sie keinesfalls ohne Rücksprache Kaliumpräparate ein, diese könnten Ihnen mehr schaden als nützen!

Kaliumzufuhr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine Aufnahme von 2000 mg (= ca. 51 mmol) Kalium pro Tag.

Im Normalfall beziehen wir Kalium wie andere Mineralstoffe auch über die tägliche Nahrungszufuhr. Besonders reich an Kalium sind Obst und Gemüse. Aber auch Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Vollkorn sind natürliche Kaliumlieferanten.

Einige Lebensmittel, die als besonders geeignete Quelle dienen, sind :

  • Vollkornprodukte
  • Grünes Gemüse wie Spinat und Avocados
  • Pilze wie Champignons
  • Kartoffeln
  • Nüsse
  • Früchte wie Bananen, Aprikosen und Kiwis
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen

Wichtig ist also eine ausgewogene Ernährung, die ausreichende Mengen an Früchten und Gemüse beinhaltet. So stellen Sie sicher, dass Ihr Körper stets mit dem nötigen Kalium versorgt ist. Zudem handelt es sich hierbei um Produkte, die ohnehin für den Körper und die Organe gesund sind, da sie viele weitere Mineralstoffe und Vitamine enthalten.

Kaliummangel

In der Regel kann der tägliche Bedarf an Kalium problemlos über die Nahrung gedeckt werden, ein Mangel tritt in den meisten Fällen durch sehr einseitiger Ernährung oder als Folge anderer Erkrankungen auf:

Zu Kaliumverlusten kommt es dann, wenn die Ausscheidung stark erhöht wird, also bei häufigem Erbrechen oder Durchfall, aber auch im Rahmen von Nierenerkrankungen.

Auch als Nebenwirkung von Medikamenten kann ein Kaliummangel auftreten, insbesondere bei der Einnehme von Diuretika („Wassertabletten“) wird sehr viel Kalium über die Niere ausgeschieden. Der Arzt verschreibt deshalb bei langfristiger Einnahme von Diuretika oft zusätzlich einen „Kaliumsparer“ wie  die Wirkstoffe Triamteren oder Amilorid, die verhindern, dass zu viel Kalium ausgeschieden wird.

Als Folge von einem Kaliummangel kann aufgrund des oben erklärten Einflusses von Kalium auf die Funktion des Herzmuskels zu Herzrhythmusstörungen kommen. Auch unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit und Verdauungsprobleme können auftreten.

Die Verbindung zum Bluthochdruck

Forscher der Weltgesundheitsorganisation WHO haben im Jahr 2013 die Ergebnisse aus über 30 Studien zum Thema Kalium und Bluthochdruck analysiert und kamen zu einem überraschenden Ergebnis:

Eine erhöhte Einnahme von Kalium senkt nicht nur den Blutdruck sondern auch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden! Wichtig ist dabei aber, dass die Nierenfunktion nicht eingeschränkt ist, da es sonst zu einer gefährlichen Überdosierung mit dem Mineralstoff kommen kann.

In keinem Fall sollen Sie jetzt beginnen ohne Rücksprache mit dem Arzt Kaliumpräparate zu sich zu nehmen. Die Umstellung der Ernährung und die erhöhte Konsum von Früchten, Gemüse und Nüssen kann Ihnen bereits helfen, Ihre Kaliumaufnahme auf natürlich Weise zu steigern. Menschen mit einer systolischen Hypertonie konnten Ihre Werte so bereits um bis zu 10 Punkte senken.

Die andere Seite – Hyperkaliämie

Wie bereits erwähnt ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kalium nicht notwendig, da unser täglicher Bedarf in den allermeisten Fällen über die Nahrung gedeckt werden kann. Im Gegenteil: Die zusätzliche Einnahme von sehr hohen Dosen an Kalium oder die krankheitsbedingte verminderte Ausscheidung des Minerals, beispielsweise bei Niereninsuffizienz, kann sogar sehr schädliche Effekte haben!

Einen zu hohen Kaliumspiegel im Blut bezeichnet man als Hyperkaliämie, die zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen kann. In Extremfällen können diese auf lebensbedrohlich werden.

Sollte bei Ihnen ein erhöhter Spiegel des Minerals festgestellt worden sein, entscheidet Ihr behandelnder Arzt, wie weiter vergangen werden sollte.

Zusammenfassung

Das Mineral Kalium spielt eine wichtige Rolle für vielfältige Funktionen unseres Körpers, unter anderem auch für die Muskelarbeit des Herzens. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 2000 mg.

Der Mineralstoffbedarf kann in der Regel durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden, sodass eine zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln unnötig ist. Im Gegenteil: Ein Zuviel an Kalium kann sogar zu gefährliche Herzrhythmusstörungen führen!

Stattdessen kann versucht werden, die Mineralstoffaufnahme auf natürliche Weise zu steigern, indem besonders kaliumreiche Lebensmittel verstärkt verzehrt werden. Hierzu zählen unter anderem Spinat, Kartoffeln, Nüsse und Bananen.

Forscher der Weltgesundheitsorganisation konnten zeigen, dass durch eine solche Steigerung der Kaliumaufnahme der Blutdruck gesenkt und das Schlaganfallrisiko vermindert werden konnte.

Quelle

Aburto NJ et al: Effect of increased potassium intake on cardiovascular risk factors and disease: systematic review and meta-analyses. British Medicine Journal, 2013 (http://www.bmj.com/content/bmj/346/bmj.f1378.full.pdf Zugriff am 6. Juli 2016 19:00 Uhr)