"Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." – Sebastian Kneipp

Natürliche Behandlung des Bluthochdrucks

Published Januar 31, 2014 in Bluthochdruck - 0Comments

homöopathischen MittelnNeben der klassischen medikamentösen Therapie gibt es eine ganze Reihe ergänzender und alternativer Behandlungsmethoden, von denen behauptet wird, dass sie sich positiv auf die Blutdruckwerte auswirken: Verschiedene pflanzliche Präparate, Homöopathika, Methoden der Ayurveda (die traditionelle indische Medizin) oder autogenes Training sollen den Blutdruck senken, um nur einige Beispiele zu nennen.

Doch welche Methoden sind wirklich effektiv?

Wissenschaftlich belegt ist ohne jeden Zweifel eine Umstellung des Lebensstils mit einer gesunden Ernährung:

Eine ausgewogene, kalorienreduzierte Mischkost mit viel Gemüse, Früchten, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, dafür aber möglichst wenig Salz und Fertigprodukten wirkt sich nachweislich positiv auf einen zu hohen Blutdruck aus. Auch regelmäßige körperliche Bewegung, besonders dynamisches Ausdauertraining, hat positive Effekte.

Welche anderen Alternativen gibt es und wie wirkungsvoll sind diese?

 Wichtiger Hinweis

Bevor Sie eine oder auch mehrere der hier vorgestellten alternativen Behandlungsmöglichkeiten ausprobieren, ein wichtiger Hinweis vorab: Die Abklärung, Bewertung und Therapie des hohen Blutdrucks gehört immer in die Hände des Arztes, denn ein nicht oder falsch behandelter Bluthochdruck kann schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall haben.

Stellen Sie also bei sich zu hohe Blutdruckwerte fest, dann sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen. Sind Sie aufgrund Ihrer zu hohen Werte bereits in ärztlicher Behandlung und haben Medikamente verschrieben bekommen, dann sollten diese auch vorschriftsmäßig eingenommen werden. Ersetzen Sie verschriebene Medikamente keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt durch eine alternative Heilmethode!

Die alternativen Heilmethoden stellen allerdings eine sehr gute Ergänzung zur medikamentösen Behandlung dar bzw. können beispielsweise bei nur hoch-normalen Werten (bis 139 zu 89 mmHg) zunächst für einige Monate als alleinige Maßnahme ergriffen werden, um den Blutdruck eventuell ohne Medikamenteneinnahme in den Griff zu bekommen.

Therapie mit Pflanzen

Wie effektiv oder sicher eine Behandlung mit pflanzlichen Präparaten bei Bluthochdruck wirklich ist, konnte bisher nicht ausreichend belegt werden. Trotzdem gibt es eine Reihe von Pflanzen, denen nachgesagt wird, dass sie sich positiv auf die erhöhten Werte auswirken.

Sollten Sie solch eine Kräutertherapie für die Zukunft planen oder bereits damit begonnen haben, beachten Sie bitte in jedem Fall, dass auch die Natur Pflanzen und Kräuter mit sich bringt, die eventuelle Risiken bergen. Zudem kann es auch zu unerwünschten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen kommen, vor allem wenn falsch dosiert wird.

Sprechen Sie daher vorab mit dem behandelndem Arzt; das gilt insbesondere dann, wenn Sie bereits Medikamente gegen den Bluthochdruck zu sich nehmen.

Zu den Kräutern, die beim Senken des Bluthochdrucks helfen sollen, gehören:

Knoblauch (Allium sativum)

Aufgrund des sich an den Konsum anschließenden unangenehmen Mundgeruchs verschmähen viele dieses kräftige Gewürz. Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass Knoblauch die Blutgefäße beim Lockern und Weiten unterstützt. Das Blut kann wieder ‚freier‘ fließen und erhöhte Blutdruckwerte sinken.

Knoblauch ist außerdem antiviral und antibakteriell und hat dadurch einen positiven Einfluss auf verschiedenste Infektionskrankheiten. Des Weiteren wird ihm eine cholesterinsenkende Wirkung nachgesagt, sodass der Genuss dieses Lauchgewächses besonders für Hochdruck-Patienten mit hohem Cholesterinspiegel geeignet ist.

Knoblauch kann mit vielen Lebensmitteln kombiniert werden und ein Gericht geschmackvoll abrunden.

Weißdorn (Crataegus monogyna)

Weißdorn gilt schon lange als Heilpflanze und wird seit tausenden von Jahren vor allem in der Chinesischen Medizin zu Heilung verwendet.

Häufig als Sud verabreicht, scheint es sich allgemein positiv auf das Herzkreislaufsystem aus zu wirken. Insbesondere bei Herzinsuffizienz ist die Einnahme von Weißdorn sehr effektiv, aber auch bei der Senkung von Bluthochdruck und der  Vorbeugung gegen Verklumpung und Plaque-Bildung, sowie die Förderung der Blutzirkulation hat es sich als wirksam erwiesen.

Die im Weißdorn enthaltenen Procyanidine und Flavonoide wirken antioxidativ, verbessern die Durchblutung des Herzmuskels und verbessern insgesamt die körperliche Leistungsfähigkeit.

Zu bekommen ist Weißdorn als Flüssigkeit, Tee oder in Tablettenform.

Lavendel (Lavendula angustifolia)

Der wundervolle Lavendelgeruch ist nicht alles, was diese Pflanze zu bieten hat. Das ätherische Öl der Pflanze wird schon seit langer Zeit als mildes Sedativum bei Schlafstörungen und Angstzuständen eingesetzt.

Aber auch gegen Bluthochdruck kann diese Pflanze zum Einsatz kommen. Die im Lavendel enthaltenen ätherischen Ölen führen über eine Wirkung an Calcium-Kanälen zur Entspannung von glatter Muskulatur wie sie im Magen-Darm-Trakt und in Blutgefäßen zu finden ist. Dazu kommt die positive Wirkung der Entspannung und Angstlösung, insbesondere bei einem Stress-induzierten Bluthochdruck.

Die meisten Menschen würden Lavendel nicht gerade als ‚Küchenkraut‘ abtun, aber es kann ähnlich Rosmarin eingesetzt werden und verleiht insbesondere mediterranen Gerichten eine besondere Note.

Homöopathie

Wer sich für Homöopathie interessiert, wird auch verschiedene Mittel gegen Bluthochdruck finden. Man sollte sich jedoch professionell beraten lassen (beispielsweise von einem Heilpraktiker) oder sich gut in die Thematik einlesen, bevor man loslegt. Vor allem da es eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten gibt.

Welche Heilmittel eingesetzt werden, hat meist mit Ursache, individueller Typ, Symptomen und Nebeneffekten zu tun.

Grundsätzlich ist das Credo der Homöopathie: Similia similibus curentur, also Gleiches heilt Gleiches. Ein Stoff tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs, der bei einem gesunden Menschen die gleichen Symptome hervorruft, wie die Krankheit die es zu heilen gilt, kann in hundert- bis tausendfacher Verdünnung eben diese Krankheit heilen.

Dieses Prinzip des gleichen Leidens (homoion pathos) unterscheidet sich grundlegend von der Schulmedizin, in der hochdosierte chemische oder biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe zum Einsatz kommen.

Aconitum (Eisenhut) – kommt vor allem zum Einsatz, wenn die erhöhten Blutdruckwerte ganz plötzlich auftrete. Meist leidet die Person auch unter Angstzuständen. Verschlimmern kann sich die Situation vor allem durch den permanenten Genuss von Tabak.

Argentum nitricum (Silbernitrat) – Wird zur Behandlung des Bluthochdrucks eingesetzt, der durch Stress und Sorgen entsteht.

Veratrum viride (grüner Nieswurz) – Kommt vor allem zum Einsatz, um Herzrasen zu senken. Es hilft auch gegen Spannungen in den Arterien und Vorhofflimmern.

Barium carbonicum(Bariumcarbonat) – Auch dieses Mineral wird gegen Bluthochdruck eingesetzt; meist jedoch bei älteren Menschen, ab 50 Jahren.

Auch in der Homöopathie gibt es eine ganze Reihe weiterer Mittel, die zur Behandlung eingesetzt werden können. Wenn Sie selbst kein Experte auf diesem Gebiet sind, sollten Sie vorab zum einen mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen und anschließend gegebenenfalls einen professionellen Homöopathen konsultieren, um ein geeignetes Mittel, die geeignete Verdünnung („Potenz“) und eine geeignete Dosierung zu finden.

Weiter natürliche Heilmittel

Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine  und für den Körper wichtig, damit die Zellen sich teilen und damit das Gewebe sich erneuern kann. In einigen Fällen kann es auch gegen erhöhte Blutdruckwerte helfen.

Ayurvedische Medizin ist eine Praktik, die ursprünglich aus Indien stammt. Nach den Regeln des Ayurveda wird der Bluthochdruck bei jedem individuell behandelt. Wie genau die Behandlung abläuft, hängt vor allem damit zusammen, was für ein Dosha (Lebensenergien) die betroffene Person hat und in welcher Verfassung sie sich befindet.

Die genannten Lebensenergien setzen sich aus drei Typen zusammen, jeder mit eigenen Anzeichen für Bluthochdruck:

  • Pitta – gerötetes Gesicht und Augen, Kopfschmerzen, lichtempfindlich, starke Reizbarkeit und eventuell auch Nasenbluten
  • Vata – hat häufig das Gefühl, das es sehr kalt ist, Blähungen und Völlegefühl, Verstopfung, Schlafstörungen, Nervosität, und viele Ängste und Sorgen
  • Kapha – dieser Typ leidet meist unter Übergewicht, Wasserablagerungen, einem hohen Cholesterinwert und fühlt sich meist sehr träge

Wer sich für diese Art der Behandlung interessiert, sollte zunächst herausfinden welcher Dosha-Typ er ist. Das kann man auch mühelos online machen oder sich ein Buch kaufen.

Anschließend werden Sie auch wichtige Informationen zu der für Sie am geeignetsten Ernährung bekommen. Dass eine Umstellung der Ernährung der Blutdruckwerte senken kann, ist ja bereits bekannt.

Die traditionelle chinesische Medizin (TDM) ist eine weitere Heilmethode der Alternativmedizin. Bluthochdruck wird hier meist mit einem Problem der Lebensenergien(Qi) und Ihrem Kreislauf verbunden.

Es wird davon ausgegangen, dass Depressionen, Wut, Fettleibigkeit und der Verzehr von fettigen Lebensmitteln einige der Hauptfaktoren für eine Erkrankung an Bluthochdruck sind.

Zur Behandlung setzt man auf eine Mischung aus Akupunktur und Kräutern. Zudem wird auch etwas an der Ernährung geändert und man setzt auf unterstützende Lebensmittel wie: Wasserkastanien, Rüben, Honig, chinesischen Sellerie, Weißdornbeeren, Lunjabohnen und natürlich viele weitere.

Des weiteren spielen auch die Emotionen eine große Rolle, wenn es um die eigene Gesundheit geht. So werden Sie in der chinesischen Medizin viele Texte finden, die sich damit befassen, wie bestimmte Emotionen und Gefühlszustände sich auch auf den Körper auswirken und welche physischen Symptome es gibt.

Entspannungsmethoden

Sie haben ja vielleicht schon mitbekommen, dass Bluthochdruck auch viel mit der geistigen Verfassung zu tun hat. Viel Stress, Sorgen und Ängste, können die erhöhten Blutdruckwerte in großem Maße fördern. Eine weitere Alternative oder aber auch ein Zusatz zur herkömmlichen Behandlung durch den Arzt, sind verschiedene Trainings und Übungen.

Die meisten der Übungen sind auch zu hause durchführbar. Hierzu zählen:

Autogenes Training, Biofeedback und Yoga.

Autogenes Training ist eine Technik, die zur Reduzierung von Stress sowie zur Entspannung eingesetzt wird. Das Training besteht aus einer Reihe von Sitzungen, während derer die Personen lernen, wie man mithilfe bestimmter Atemtechniken und Entspannungsmethoden zur inneren Ruhe findet.

Die Übungen können erlernt werden, indem man einen dafür geeigneten Kurs belegt und dem Lehrer zusieht, während er die Techniken vorführt oder man ließt sich gegebenenfalls Beschreibungen in Büchern oder online durch.

Biofeedback ist eine Technik, bei der die Menschen erlernen, wie man die Kontrolle über innere Körperprozesse erhält, die gewöhnlich unwillkürlich auftreten. Hierzu zählen beispielsweise Blutdruck, Herzschlag, Muskelspannung oder die Hauttemperatur.

Vorwiegend kommt es jedoch bei Bluthochdruck, Migräne, Spannungskopfschmerzen, chronischen Schmerzen und Harninkontinenz zum Einsatz.

Fazit

Neben der klassischen Schulmedizin gibt es noch viele weitere alternative Ansätze, um einen erhöhten Blutdruck zu senken. Pflanzlichen und homöopathischen Präparaten können einen positiven Einfluss auf die Hypertonie haben, außerdem spielen insbesondere Entspannungsmethoden wie autogenes Training und Yoga eine wichtige Rolle.

Die hier genannten alternativen Heilmethoden können mit der klassischen Therapie kombiniert werden, sollten diese aber keinesfalls ohne ärztliche Rücksprache ersetzen.

Für weitere Tipps zur Senkung des Bluthochdrucks durch einfach Änderungen des Lebensstils lesen Sie auch diesen Artikel.