"Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." – Sebastian Kneipp

Warnzeichen einer arteriellen Hypertonie: Welche Symptome gibt es bei Bluthochdruck?

Published März 6, 2016 in Bluthochdruck - 0Comments
Warnzeichen arterielle Hypertonie

Ist von Bluthochdruck die Rede so meint man normalerweise die sogenannte arterielle Hypertonie, eine kardiovaskuläre Erkrankung, bei der der Druck in den Arterien dauerhaft erhöht ist.

In Deutschland sind nach Informationen des Robert-Koch-Instituts 20 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen, doch jeder fünfte Patient weiß überhaupt nichts von seiner Erkrankung.

Das liegt daran, dass ein erhöhter Blutdruck häufig keine oder nur sehr unspezifische Symptome hervorruft, sodass die Diagnose oft rein zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung gestellt wird.

Als Risikofaktor für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt muss eine arterielle Hypertonie aber unbedingt behandelt, also der hohe Blutdruck gesenkt werden. Wegen der häufig fehlenden akuten Symptome und schwerwiegenden Langzeitfolgen wird der Bluthochdruck oft auch als „silent killer“, also lautloser Mörder, bezeichnet.

 

Im Folgenden geht es um die Symptome, die bei hohem Blutdruck auftreten können (aber nicht müssen). Dieser Artikel darf nicht zur Selbstdiagnose oder -therapie verwendet werden und ersetzt keinen Arztbesuch. Wenn Sie aufgrund eines oder mehrerer der genannten Symptome den Verdacht haben, an Bluthochdruck zu leiden, wenden Sie sich auf jeden Fall an Ihren Hausarzt!

Häufige Beschwerden

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass folgende Symptome bei Personen mit hohem Blutdruck häufiger vorkommen als bei Gesunden.

Kopfschmerzen

Ein hoher Blutdruck führt auch zu einem erhöhten Druck in den Hirngefäßen und kann Kopfschmerzen auslösen. Auch bei Schwangeren kann dieses Symptom ein Warnsignal für einen Schwangerschaftsbluthochdruck (Gestationshypertonie) sein.

Die Kopfschmerzen sind dabei nicht unähnlich des Spannungskopfschmerzes, also beidseitig und von dumpf-drückenden Charakter. Im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz treten sie aber oft bereits morgens früh auf.

Nasenbluten

Der erhöhte Druck in den feinen Gefäßen der Nasenschleimhaut kann dazu führen, dass diese besonders bei Belastung wie häufigem Naseputzen leichter beschädigt werden.

Sehstörungen und Ohrensausen

Auch in der Netzhaut des Auges und im Ohr finden sich sehr feine Gefäße, die empfindlich auf einen erhöhten Druck reagieren. Eine schwankende Sehkraft, Sehstörungen, die plötzlich auftreten und wieder verschwinden und Ohrgeräusche können die Folge sein.

Schwindel

Nervosität, Herzrasen und Schlafstörungen

Besonders bei einer tachykarden Hypertonie, das heißt bei Bluthochdruck, der von einem hohen Puls begleitet ist, sind die Betroffenen ohne äußeren Auslöser unruhig und nervös und klagen über Schlafprobleme.

Gesichtsrötung

Durch den erhöhten Druck wird mehr Blut durch die Gefäße gepumpt und damit das Gewebe verstärkt durchblutet. Besonders im Gesicht kann sich diese Durchblutungssteigerung durch eine Rötung äußern.
In einem späteren Stadium der Krankheit kommt es durch arteriosklerotische Veränderungen, also durch Ablagerungen in den Gefäßwänden, dann allerdings zu einer verminderten Gewebedurchblutung (siehe unten).

Wichtig ist anzumerken, dass diese Symptome zwar erwiesenermaßen häufiger bei Menschen mit Bluthochdruck vorkommen als bei Gesunden, trotzdem aber nicht charakteristisch für die Erkrankung sind. Die genannten Symptome können auch ein Hinweis auf eine völlig andere Erkrankung sein oder einfach nur vorübergehende Befindlichkeitsstörungen darstellen. Außerdem kommt es wie erwähnt auch häufig vor, dass der Betroffene überhaupt keine Symptome hat.

Beschwerden durch Folgeerkrankungen

Bleibt der hohe Blutdruck über längere Zeit unentdeckt, so können weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen.

Als Risikofaktor für arteriosklerotische Veränderungen, das bedeutet für Ablagerungen verschiedener Stoffe in den Gefäßwänden, kann der Bluthochdruck langfristig jedes Organ schädigen. Besonders gefürchtet ist als Folge der Arteriosklerose die Thrombose, also die Bildung eines Blutgerinnsels in einem Gefäß, die zu einer Lungenembolie, einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen kann.

Symptome für eine entstehende Folgeerkrankung können unter anderem sein:

Müdigkeit, Leistungsschwäche und Luftnot

Diese drei Symptome treten besonders dann auf, wenn die Leistungsfähigkeit des Herzens bereits vermindert ist, also bei Herzinsuffizienz und bei koronarer Herzkrankheit (KHK, „Verkalkung“ der Herzkranzgefäße).

Wadenschmerzen

Durch arteriosklerotische Veränderungen der Gefäße in den Waden kann es beim Gehen zu einer verminderten Durchblutung des Gewebes kommen. Die dadurch entstehenden Schmerzen lassen nach einer kurzen Gehpause meist nach.

Herzstechen

Eine koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht ebenfalls durch arteriosklerotische Veränderungen, wobei hier die Arterien betroffen sind, die den Herzmuskel selbst mit Blut versorgen, die sogenannten Herzkranzgefäße oder Koronarien.

Bei einer Minderdurchblutung des Herzmuskels kommt es zu akutem Sauerstoffmangel im Muskelgewebe, der sich durch starke, stechende Schmerzen hinter dem Brustbein äußern können (Angina pectoris, „Brustenge“).

Gewissheit nur durch Messung

Dadurch, dass die Symptome eines hohen Blutdrucks so unspezifisch sind und in vielen Fällen sogar völlig fehlen, ist für eine sichere Diagnose immer die genaue Messung des Blutdrucks mithilfe eines  Blutdruckmessgerätes notwendig.

Die Richtwerte des Blutdrucks finden sich in Tabelle 1.

  Systolischer Wert [mmHg] Diastolischer Wert [mmHg]
Optimal Unter 120 Unter 80
Normal 120 – 129 80 – 84
Hoch-Normal 130 – 139 85 – 89
Bluthochdruck Leicht 140 – 159 90 – 99
Moderat 160 – 179 100 – 109
Schwer Über 179 Über 109

 

Tipps für die richtige Messung finden Sie hier.

Hat man kein eigenes Gerät zu Hause, kann man sich in den meisten Apotheken schnell und unkompliziert den Blutdruck messen lassen oder einen Termin beim Hausarzt ausmachen. Besonders Patienten mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck (zum Beispiel familiär Vorbelastete oder Raucher) sollten ihre Werte regelmäßig kontrollieren.

Erhärtet sich der Verdacht auf hohen Blutdruck entscheidet der Arzt über das weitere Vorgehen und die Notwendigkeit von Medikamenten.

Durch kleine Veränderungen des Lebensstils kann man sowohl das Risiko für die Entstehung des Bluthochdrucksund seiner Folgeerkrankungen als auch den Blutdruck selbst senken.

 

Quellen

Epidemiologisches Bulletin 5/2015 des Robert Koch Instituts: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/05_15.pdf;jsessionid=571D43AE03F6A17079FA4E92FD05BE8E.2_cid390?__blob=publicationFile Zugriff am 06.03.2016 um 19:00 Uhr.

Jaehde, Radziwill et al: Klinische Pharmazie – Grundlagen und Anwendung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 3. Auflage (2010). S. 505-512

Internetseite der Deutschen Hochdruck Liga e.V. DHL®: https://www.hochdruckliga.de/ Zugriff am 06.03.2016 um 18:30 Uhr.