Dezember 10

Symptome von Rosacea

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Symptome von Rosacea

frauRosacea ist eine häufige Hautkrankheit, die durch Entzündungen unbekannter Ursache hervorgerufen wird. Viele Betroffene wissen jedoch gar nicht, dass sie Rosacea haben, denn die Erkrankung wird gerne mit anderen Hautkrankheiten verwechselt. Im Folgenden erläutern wir daher ganz genau die Symptome und wie andere Krankheiten von Rosacea abzugrenzen sind.

Schweregrade

Rosacea wird typischerweise in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt, deren Symptome sich teilweise voneinander unterscheiden. Meistens zeigen sich die Symptome an den Wangen, auf Stirn, Nase oder Kinn. Auch die Augen können betroffen sein. Selten werden Hals, Ausschnitt oder Ohren beeinflusst.

Eine Art Vorstadium vor der eigentlichen Einteilung wird als Rosacea-Diathese bezeichnet. Dabei treten flüchtige Hautrötungen (ähnlich wie beim Erröten) im Gesicht auf, die schnell wieder verschwinden.

Erster Schweregrad

Dieses Stadium wird als Rosacea erythematosa-teleangiectatica bezeichnet. Es kommt zu schubweisen und dauerhaften Rötungen (Erythemen). Weiterhin erweitern sich die kleinen, oberflächlichen Gefäße in der Haut des Gesichts – das nennt man Teleangiektasien.

Die Haut ist eher trocken und schuppt eventuell. Die Patienten fühlen meistens Stechen, Brennen oder Jucken in der Haut.

Zweiter Schweregrad

Das zweite Stadium heißt Rosacea papulopustulosa. Dabei bleiben alle vorherigen Symptome bestehen bzw. verschlimmern sich gegebenenfalls noch. Hinzu kommen entzündete und gerötete Pusteln (Bläschen, oft mit Eiter gefüllt) und Papeln (Knötchen, ungefüllt). Die Pusteln und Papeln treten schubweise auf.

Außerdem können Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) auftreten, was zu Schwellungen führt.

Insgesamt hat die Haut ein dickeres und gröberes Erscheinungsbild.

Dritter Schweregrad

Das Stadium der Rosacea hypertrophica ist die extreme Form der Erkrankung. Dabei kommt es zur krankhaften Wucherung von Bindegewebe und Talgdrüsen.

Daraus entstehen knollenartige Strukturen, die als Phyme bezeichnet werden. Besonders häufig treten solche Knollen an der Nase auf, was umgangssprachlich als Knollennase bezeichnet wird. In der Medizin spricht man von einem Rhinophym.

Die Knollen und ihre häufigste Form, das Rhinophym, kommen fast ausschließlich bei Männern vor – warum, ist nicht bekannt.

Man unterscheidet verschiedene Varianten des Rhinophyms, je nach Zusammensetzung:

  • Glandulär. Hauptsächlich die Talgdrüsen sind vergrößert und erweitert. Das führt zu einer gesteigerten Talgproduktion, weswegen die Nase sehr fettig wird.
  • Fibrös. Vor allem das Bindegewebe wuchert. Das Rhinophym ist daher weniger fettig.
  • Fibrioangiomatös. Eine Mischung aus vermehrtem Bindegewebe und erweiterten Gefäßen. Das Gewebe ist typischerweise entzündet. Bei dieser Form ist die Nase häufig tiefrot und mit Pusteln bedeckt.

Ophtalmo-Rosacea

Wenn auch die Augen betroffen sind, spricht man von einer Ophtalmo-Rosacea. Die Symptome sind dann Trockenheit der Augen und verschiedene Entzündungen. Es können sich Bindehaut, Lidrand, Iris und Hornhaut entzünden. Am gefährlichsten ist die Entzündung der Hornhaut, bei der es zur Erblindung kommen kann.

Hinweis 1: Schubweises Auftreten

Die Symptome von Rosacea treten, insbesondere zu Beginn, schubweise auf. Dabei können Schübe im Fall von plötzlichen Rötungen nur wenige Minuten andauern und dann wieder verschwinden. Bei Pusteln und Papeln dauern die Schübe normalerweise mehrere Tage oder sogar Wochen.

Im späteren Verlauf der Erkrankung bleiben immer mehr Symptome dauerhaft bestehen.

Hinweis 2: Trigger

Typisch für Rosacea ist, dass die Symptome durch bestimmte Umstände, die man als Trigger bezeichnet, auftreten.

Die Trigger können zwar individuell variieren, meisten gehören aber die folgenden Faktoren dazu:

  • Kosmetika. Vor allem Seifen und Pflegeprodukte mit Duftstoffen oder Alkohol können die Haut reizen. Make-up ist normalerweise unproblematisch.
  • Extreme Temperaturen. Hitze und Kälte beeinflussen die Blutgefäße und lösen so die Symptome aus. Hitze gilt hierbei sowohl für die Umgebungstemperatur als auch für Getränke und Speisen. Kalte Getränke hingegen wirken sich eher positiv auf akute Symptome aus, während kalte Außentemperaturen triggern können.
  • UV-Strahlung. Sonnenstrahlung kann zu einem Rosacea-Schub führen. Schäden durch Sonnenstrahlung, also Sonnenbrände, beeinflussen die langfristige Krankheitsentwicklung negativ.
  • Alkohol. Die Substanz löst vor allem aufgrund der gesteigerten Durchblutung Rosacea-Symptome aus.
  • Scharfe Gewürze. Gewürze wie Pfeffer und Chili können zu einem Schub führen.
  • Stress. Dazu zählt sowohl emotionaler Stress als auch extremer körperlicher Stress. Bei vielen Patienten reicht schon ganz normaler Sport, um Rötungen auszulösen.

Abgrenzung zu anderen Hautkrankheiten

Vor allem in den ersten beiden Stadien kann es zu Verwechslungen mit anderen Hautkrankheiten kommen. Wir erklären, wie man Rosacea von anderen Erkrankungen unterscheiden kann.

Bei Unklarheit kann ein Hautarzt eine kleine Probe der Haut entnehmen  und analysieren lassen, also eine Biopsie machen.

Akne

Akne ist ebenfalls eine entzündliche Erkrankung der Haut, genauer genommen der Talgdrüsen in der Haut.

Besonders die Pusteln und Papeln im zweiten Stadium von Rosacea sehen Akne sehr ähnlich. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist hier das Alter der betroffenen Person. Akne tritt in der Pubertät auf und verschwindet im Normalfall mit spätestens 25. Rosacea hingegen betrifft typischerweise Mensche über 40.

Ein wichtiges Kennzeichen für Akne ist das Vorhandensein von Mitessern: Dabei handelt es sich um Pfropfen, die die Talgdrüsen verstopfen.

Bei Rosacea sollten keine Mitesser vorhanden sein, es sei denn es handelt sich um den unwahrscheinlichen Fall einer Person, die sowohl Akne als auch Rosacea hat.

Lupus erythematodes

Bei der Erkrankung, die auch Schmetterlingsflechte genannt wird, handelt es sich um eine seltene Autoimmunerkrankung. Dabei greift das eigene Immunsystem versehentlich auch körpereigene Zellen an, anstatt nur gegen Erreger wie Bakterien und Viren vorzugehen.

Lupus kann entweder den ganzen Körper betreffen (und wird dann als systemisch bezeichnet) oder nur die Haut.

Das auffälligste und typische Symptom von Lupus ist eine Hautrötung im Gesicht, die den Nasenrücken, die Jochbeine und die Wangen betrifft. Die Form entspricht etwa der eines Schmetterlings, was zum Namen Schmetterlingsflechte geführt hat. Diese Bereiche sind nun leider sehr ähnlich zu den typischen Rosacea-Arealen.

Auch bei Lupus besteht eine Empfindlichkeit gegen verschiedene Trigger, unter anderem auch Stress und Licht – genau wie bei Rosacea.

Lupus kann schubweise verlaufen, es gibt jedoch auch andere Verlaufsformen.

Eine Möglichkeit, die Krankheiten auseinanderzuhalten, sind Symptome in der Augenregion. Solche sind ein starker Hinweis auf Rosacea, denn bei Lupus sind die Augen praktisch nie betroffen. Sind die Augen nicht betroffen, muss möglicherweise ein Bluttest und eine Hautbiopsie durchgeführt werden.

Periorale Dermatitis

Bei dieser Hautkrankheit entsteht ein Ausschlag, der aus kleinen Knötchen oder Bläschen besteht, die um den Mund herum verteilt sind. Manchmal sind auch die Augenlider betroffen.

Fast ausschließlich Frauen erkranken an der Dermatitis, die auch Mundrose genannt wird. Vermutlich ist die Haut durch übermäßige Verwendung von Pflegeprodukten nicht mehr imstande, wichtige Fette selbst herzustellen.

Die Mundrose bricht meistens nach einem Auslöser wie Stress, Cortisonanwendung oder einem Pilzbefall auf.

Ein Hinweis auf die Periorale Dermatitis (im Kontrast zu Rosacea) ist die Lokalität des Ausschlags: Er liegt normalerweise ringartig um den Mund herum, besonders in den Nasolabialfalten, den Falten die von Nase zu Mund führen. Auch die seitlichen Zonen des Kinns sind betroffen. Um die Lippen herum bleibt dagegen ein kleiner Rand frei.

Bei Rosacea ist zwar auch oft das Kinn von den Rötungen, Papeln und Pusteln betroffen, jedoch weniger der Bereich um den Mund herum und zwischen Mund und Nase.

Differentialdiagnose

Letztlich kann nur ein guter Hautarzt Rosacea diagnostizieren und gegen mögliche andere Erkrankungen abgrenzen. Dennoch ist es hilfreich, wenn Sie schon wissen, was in Frage kommt, denn dann verstehen Sie die Erläuterungen Ihres Arztes besser.


Tags

Diagnose, Hauterkrankung


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