"Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." – Sebastian Kneipp

Die 10 besten Mittel gegen Tinnitus

Published Januar 9, 2014 in Tinnitus - 0Comments

Die 10 besten Mittel gegen Tinnitus

natürlichen methodenEs gibt gegen den Tinnitus noch kein Allheilmittel. Das liegt zum einen daran, dass es sich dabei um ein sehr komplexes und vielschichtiges Phänomen handelt, das von vielen unterschiedlichen Dingen ausgelöst werden kann. Zum anderen aber auch daran, dass die Forschung noch wenig darüber weiß, wie genau die verschiedenen Zusammenhänge sind.

Es gibt zwar Fälle, in denen eine anatomische Ursache festgestellt werden kann und die sich dann einigermaßen zielgerichtet behandeln lassen, oft weiß man aber nicht, woher das Pfeifen eigentlich kommt. Vor allem der chronische Tinnitus, also Tinnitus, der länger als drei Monate andauert, stellt Ärzte vor Rätsel und treibt Patienten in die Verzweiflung.

Eine Aufzählung der wirksamsten Methoden gegen dieses Leiden zu verfassen ist deshalb keine triviale Aufgabe. Von Patient zu Patient kann sich die Wirksamkeit der verschiedenen Mittel stark unterscheiden. Es gibt bisher einfach kein Mittel, das bei einem Großteil der  Fälle zuverlässig funktioniert hätte. Außerdem setzen die verschiedenen Methoden an ziemlich unterschiedlichen Punkten an.

Einige versuchen, durch eine blutverdünnende oder entzündungshemmende Wirkung direkt gegen den Tinnitus vorzugehen, während andere versuchen, Stress (einen der Hauptauslöser von Tinnitus-Schüben) abzubauen. Daneben gibt es noch eine große Anzahl von Bewältigungsstrategien, die einem dabei helfen sollen, mit dem Tinnitus besser zurechtzukommen und sich nicht davon beherrschen zu lassen.

Im Folgenden werde ich die zehn Mittel gegen Tinnitus  vorstellen, von denen Ärzte wie auch Patienten die beste Wirksamkeit berichten.

1. Frühzeitiger Arztbesuch

Wenn Sie bei sich einen Tinnitus feststellen, sollten Sie nicht lange zögern: Gehen Sie sofort zu einem Arzt. Den Arztbesuch herauszuzögern, kann schlimme Folgen haben. Es kann sein, dass der Tinnitus durch eine akute Verletzung am Ohr, zum Beispiel am Trommelfell, ausgelöst wurde. Diese sollte schnell behandelt werden, um ernsthaftere Schäden zu verhindern.

Auch aus einem anderen Grund ist es anzuraten, schnell den Arzt aufzusuchen: Es gibt einige Tinnitus-Ursachen, die schnell behandelt werden können. Wenn dies nicht geschieht, dann leiden Sie zum einen unnötig lange an dem Pfeifen, zum anderen steigt auch die Gefahr, dass der Tinnitus Gehirnstrukturen nachhaltig ändert und man ihn auch dann nicht loswird, wenn der ursprüngliche Auslöser beseitigt wurde. Das Risiko, dass der Tinnitus chronisch wird, steigt, je länger eine Behandlung auf sich warten lässt.

2. Die Infusionstherapie

In vielen Fällen wird Ihr Arzt Ihnen die sogenannte Infusionstherapie vorschlagen. Diese Methode der Behandlung wird hauptsächlich in Deutschland praktiziert. Ihre Wirksamkeit wurde bisher vor allem  durch Erfahrungswerte bestätigt und nicht in wissenschaftlichen Studien getestet. Die Wirksamkeit ist deshalb recht umstritten.

Die Idee hinter der Therapie ist die Verabreichung verschiedener Mittel (per Infusion in die Blutbahn), die darauf abzielen den Blutfluss im Innenohr zu verbessern und mögliche Entzündungen zu entfernen. Die verabreichten Medikamente haben blutverdünnende, gefäßerweiternde und entzündungshemmende Wirkung. Die Infusionslösung beinhaltet in den meisten Fällen Kortison, Procain, Magnesium, Vitamin-E und  Pentoxifyllin.

3. Der Tinnitus-Masker

Der Masker gegen den Tinnitus ähnelt einem Hörgerät. Der Patient trägt ihn im Ohr und er kann in beiden Ohren oder auch nur in einem getragen werden, abhängig davon, wo der Tinnitus lokalisiert ist. Die Idee hinter den Maskern ist, den Tinnitus durch ein anderes Geräusch zu übertönen und so aus dem Bewusstsein des Anwenders auszublenden.

Bei dem vom Masker generierten Geräusch handelt es sich dabei um ein Rauschen aus verschiedenen Frequenzen. Dieses Rauschen ähnelt dem normalen Hintergrundrauschen, das man auch in einer ruhigen Umgebung wahrnimmt. Dadurch hört sich dieses Geräusch für den Anwender nicht unangenehm an und wird kaum bemerkt.

Durch das Tragen eines Maskers kann ein Patient lernen, den Ohrgeräuschen keine Beachtung mehr zu schenken und sie mit der Zeit ganz auszublenden. Auch dies funktioniert allerdings nur bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten.

4. Hörgeräte

Auch wenn Sie nicht direkt unter Schwerhörigkeit leiden: ein Hörgerät kann Ihnen sehr beim Umgang mit dem Tinnitus helfen. Das Hörgerät verstärkt die Umgebungsgeräusche und marginalisiert so das Geräusch des Tinnitus. Es kann bei der Anwendung dieser Methode äußerst hilfreich sein, verschiedene Hörgeräte und Einstellungen auszuprobieren, bis man die perfekte Variante gefunden hat. Diese Methode kann das Problem zwar nicht vollständig lösen.

Der Tinnitus verschwindet damit nicht. Aber die Methode hilft in einem recht großen Anteil der Fälle dabei, den Tinnitus an den Rand zu drängen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

5. Klangtherapie

Vereinzelt werden Erfolge durch die sogenannte Klangtherapie berichtet. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirkung allerdings auch hier nicht. Die Anwendung dieser Methode ähnelt von ihrer Idee her den Maskern. Der Patient wird mit einem Geräusch beschallt, dass den Tinnitus übertönt und dem Patienten beibringen soll, die Geräusche im Ohr auszublenden. Es handelt sich bei den Geräuschen in der Regel um Wasserrauschen, Windrauschen oder sanfte Musik.

Es kann dabei auch versucht werden, gezielt Frequenzen anzusteuern, die der Patient nicht so gut wahrnehmen kann. Dadurch soll das Gehör auf dem ganzen Frequenzspektrum weiter trainiert werden. Dies soll angeblich eine dämpfende Wirkung auf die Wahrnehmung des Tinnitus haben.

Auch für die Nacht gibt es spezielle Vorrichtungen, beispielsweise Kissen, die einen bis in den Schlaf weiter beschallen und gleichzeitig das Gehör trainieren.

6. Entspannungsmethoden

Eher in den Bereich der Bewältigung fällt die Beschäftigung mit verschiedenen Entspannungsmethoden. Das Gute an diesen ist jedoch: sie helfen nicht nur gegen den Tinnitus, sondern helfen Ihnen auch Stress abzubauen und entspannter zu leben. Wichtig ist, dass Sie sich nicht zu einer dieser Tätigkeiten zwingen.

Probieren Sie verschiedene Möglichkeiten aus, wie zum Beispiel Yoga, Meditation oder Tai-Chi. Und wenn Ihnen etwas davon Spaß macht oder sogar schnelle Erleichterung bringt, dann versuchen Sie es in Ihren Tagesablauf einzubauen. Egal ob es Ihnen dann langfristig hilft: Sie haben auf jeden Fall ein neues spannendes Hobby gefunden, mit dem Sie sich regelmäßig beschäftigen können.

Nebenbei bauen Sie so auch Stress ab, der als einer der Hauptauslöser von Tinnitus (und jeder Menge anderer Krankheiten) gilt.

7. Verbesserung der allgemeinen Gesundheit

Es schadet nie, den eigenen Lebensstil einer Kontrolle zu unterziehen. Betrachten Sie Ihre Tagesabläufe und fragen Sie sich, ob es sich lohnen könnte, etwas daran zu ändern. Wie steht es beispielsweise um Ihre Ernährung? Ist sie ausgewogen und deckt alle benötigten Nährstoffe ab? Haben Sie schon versucht ihren Konsum an Alkohol, Nikotin und Koffein zu reduzieren?

Oder testen Sie doch beispielsweise einmal, Ihre Ernährung um Nüsse und Avocados zu bereichern. Diese sind nicht nur lecker, sondern dazu auch noch entzündungshemmend und können so gegen den Tinnitus helfen.

Oder versuchen Sie, mehr Sport zu treiben. Täglicher Sport verbessert die Gesundheit, baut Stress ab und sorgt gleichzeitig dafür, dass man am Abend erschöpft ist und so gut und tief schläft.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie es um Ihre allgemeine Gesundheit bestellt ist, dann suchen Sie einen Arzt auf und lassen Sie sich untersuchen.

8. Kieferkorrektur

Oft wird der Tinnitus mit einem Problem im Kiefer in Verbindung gebracht. Verschiebungen oder Fehlstellungen können zu einer erhöhten Infektionsgefahr im Kieferbereich führen. Dies wiederum kann Ursache für einen Tinnitus sein. Außerdem können Schwierigkeiten im Kiefer zu ungewohnten Muskelverspannung oder auch einer Veränderung der Durchblutung im Bereich des Ohrs führen.

Eine wichtige Rolle kann auch nächtliches Zähneknirschen spielen. Dazu kommt es besonders in Zeiten von Stress und das Knirschen führt zu einer Überlastung der Kiefergelenke und kann dadurch den Tinnitus verursachen.

Das Gute an diesen Schwierigkeiten ist, dass sie recht leicht festgestellt und von einem Kieferchirurgen behandelt werden können. Wichtig ist, dass die verschiedenen involvierten Ärzte (Hausarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Zahnmediziner) gut kooperieren und sich gegenseitig über die jeweils vorgenommenen Eingriffe informieren.

9. Schlafen Sie

Versuchen Sie ausreichend zu schlafen. Dies klingt banal, aber Schlaf ist obligatorisch für alle Heilungsprozesse und hilft gegen Stress. Natürlich ist gerade Schlaf etwas, was vielen unter einem Tinnitus Leidenden schwer fällt. Das Pfeifen im Ohr stört beim Einschlafen und hält einen lange wach.

Es gibt aber zum Glück Vieles, was einem beim Einschlafen helfen kann. Musik oder andere ablenkende Geräusche sind eine Möglichkeit. Eine andere Möglichkeit ist, am frühen Abend Sport zu betreiben, um in der Nacht erschöpft und müde zu sein.

Und wenn alle anderen Methoden nicht helfen, dann bleiben als letzter Ausweg noch verschiedene Hausmittel (wie Baldriantee), die das Einschlafen erleichtern und für besondere Notfälle auch verschreibungspflichtige Schlafmittel, die man zumindest in besonders wichtigen Fällen einnehmen kann.

10. Lassen Sie sich Zeit

Wenn eine direkte Ursache für den Tinnitus nicht festgestellt werden kann, dann sind die Chancen recht groß, dass Sie ihn nicht durch irgendwelche Maßnahmen loswerden können. Irgendwann wird der Tinnitus von selbst verschwinden, bis dahin kann es aber recht lange dauern. Lassen Sie sich von dieser etwas niederschmetternden Aussicht jedoch nicht entmutigen. Fast alle Betroffenen schaffen es mit Übung und Hilfe immer besser dem Tinnitus keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und sich mit verschiedenen Techniken davon abzulenken.

Egal ob dazu Klangtherapie, Mediation oder Extremsport benutzt wird: wenn Sie nicht an den Tinnitus denken, dann kann er Sie auch nicht so sehr belasten. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan, die meisten Betroffenen berichten aber, dass dies die Methode war, die im Endeffekt am nachträglichsten geholfen und ihre Lebensqualität verbessert hat.

Tags: Gehör