"Wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." – Sebastian Kneipp

Tinnitus durch die Ernährung loswerden

Published Januar 16, 2014 in Tinnitus - 0Comments

Tinnitus durch die Ernährung loswerden

ErnährungEine große Anzahl an Menschen (ca. 10% bis 15%) leidet irgendwann in ihrem Leben an einem Tinnitus. Bei vielen davon entwickelt sich das störende Pfeifen zu einem chronischen Problem, das einfach nicht verschwinden will.

Ein solcher chronischer Tinnitus kann drastische Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Das Geräusch stört, beeinträchtigt das Gehör und kann den Schlafrhythmus beeinflussen, da es einen am Einschlafen hindert. Der Tinnitus kann dadurch zu Müdigkeit, Gereiztheit, Kopfschmerzen, Depressionen und Stress führen. Besonders schlimm daran ist, dass sich diese Symptome wiederum verstärkend auf den Tinnitus auswirken können. Dazu kommt, dass der Tinnitus leicht zum Mittelpunkt des Lebens für einen Betroffenen wird. Ständige Besuche bei verschiedenen Ärzten, das Testen verschiedener Therapiemöglichkeiten, Recherche im Internet und ständiges Nachdenken über Möglichkeiten können einen großen Teil des Tagesablaufs einnehmen.

So sorgt der Tinnitus für noch mehr Stress, verschlechtert sich möglicherweise noch weiter und nimmt den Betroffenen die Möglichkeit sich mit Hobbys und Freizeitaktivitäten von dem Effekt abzulenken.

Bei der Heilung des Tinnitus stehen Patienten und Ärzte vor Problemen: Zum einen ist wenig darüber bekannt, wie genau es zu dem Effekt kommt und es können unterschiedliche Dinge dafür verantwortlich sein. Zum anderen gibt es kaum bewährte Behandlungsmethoden.

Viele verschiedene Heilmethoden (KaliumGinko, Homöopathie etc.)werden getestet, aber die meisten davon zeigen nur vereinzelt und in wenigen Fällen einen Erfolg. Die im deutschsprachigen Raum verbreitetste Behandlungsmethode ist die Infusionsbehandlung. Dabei wird eine Mischung aus unterschiedlichen gefäßerweiternden, blutverdünnenden und entzündungshemmenden Mitteln intravenös verabreicht.

Doch weil die Erfolgsaussichten auch mit dieser Methode sehr begrenzt sind, wird in vielen Fällen auf eine Strategie zurückgegriffen, die nicht die Behandlung als Ziel hat, sondern den Betroffenen beibringen soll, mit dem Problem umzugehen. Zu solchen Ansätzen zählt beispielsweise die Tinnitus-Retraining-Therapie. Viele schaffen es durch eine solche Therapie mit dem Tinnitus klarzukommen und ihn im Tagesablauf beinahe vollständig auszublenden.

Im Internet findet man allerdings auch viele Berichte von Personen, die es geschafft haben, mit Hilfe ihrer Ernährung gegen den Tinnitus vorzugehen. Bei mehreren chronischen Krankheiten gibt es ähnliche Effekte. So scheint zum Beispiel eine basische Ernährung in vielen Fällen gegen chronische Blasenbeschwerden zu helfen. In diesem Fall sind jedoch auch der medizinische Grund und die biologischen Zusammenhänge, warum diese Art der Ernährung hilft, recht gut bekannt und erforscht. Für die Diäten gegen den Tinnitus hingegen gibt es hauptsächlich im Selbstversuch gefundene Lösungen und Theorien über die Wirkweise, denen bis heute noch der wissenschaftliche Hintergrund fehlt.

Eine Umstellung auf eine gesündere Ernährung ist ganz allgemein empfehlenswert, auch unabhängig davon, ob damit gegen eine bestimmte Erkrankung vorgegangen werden soll. Und den meisten Spezial-Diäten liegen die gleichen Grundregeln zugrunde: Gemüse und Obst sollte den Großteil der Ernährung ausmachen, Fleisch und Fisch sollten reduziert werden, Vollkornprodukte sind gesund, usw.

Mit diesen allgemeinen Ernährungsregeln kann man normalerweise wenig falsch machen. Und je nach persönlicher Situation kann man zusätzlich noch einen speziellen Fokus wählen, der gegen die individuellen Probleme hilft. Man sollte dabei aber immer beachten: es ist nicht empfehlenswert sich selbst die Freude am Essen zu nehmen. So sollte man sich zum beispiel nicht unnötig zwingen, auf das Lieblingsessen zu verzichten oder sich mit eigentlich verhassten Nahrungsmitteln vollzustopfen.

Möglichkeiten zur Ernährungsumstellung

Besonders wichtig ist, die Aufnahme von allen Mitteln zu meiden, die sich verstärkend auf die negativen Folgen von Tinnitus auswirken. Alkohol, Zigaretten und Kaffee lösen beispielsweise Kopfschmerzen aus und können so den Tinnitus noch um ein vielfaches unerträglicher machen.  Kaffee (und andere koffeinhaltige Getränke) erhöht außerdem den Blutdruck und kann so das Geräusch verstärken. Versuchen Sie, so weit es irgendwie geht auf diese Mittel zu verzichten oder auf Alternativen, wie entkoffeinierten Kaffee, umzusteigen. Selbstverständlich ist dies nicht nur gegen den Tinnitus, sondern gegen viele verschiedene Krankheiten und Leiden sinnvoll.

Die meisten Ernährungsratgeber beinhalten den Tipp, entzündungshemmende Nahrungsmittel einzunehmen. Diese können gegebenenfalls gegen Tinnitus helfen, durch eine Entzündung ausgelöst wurde. Zu solchen Nahrungsmitteln gehören insbesondere grünes Gemüse und Nüsse. Besonders empfehlenswert sind Avocados und Blattsalat. Reduzieren sollte man gleichzeitig den Konsum von Zucker, Milchprodukten und Teigwaren.

Eine besondere entzündungshemmende Wirkung haben außerdem Knoblauch, Ingwer, Kurkuma und Oregano. Suchen Sie doch nach einigen Rezepten, in denen auf diese Stoffe zurückgegriffen wird und nehmen Sie diese in ihr Kochrepertoire auf. Selbst wenn dies dann nicht gegen den Tinnitus hilft, vielleicht finden Sie so ja  ein neues Lieblingsgericht. Und vielleicht macht Ihnen das Ausprobieren von neuen Gerichten auch solchen Spaß, dass Kochen zu einem neuen Hobby wird und Sie zumindest gelegentlich ein wenig von dem Pfeifen ablenkt.

Auch Nahrungsmitteln, die den Blutdruck senken können, kann man besondere Beachtung zukommen lassen. Auch hier ist Knoblauch an erster Stelle zu nennen. Außerdem wirkt sich das Enzym Brumelain, das insbesondere in der Ananas vorkommt, hemmend auf den Blutdruck aus. Außerdem scheint es ebenfalls hilfreich gegen Entzündungen zu sein. Einschränken kann man dagegen die Aufnahme von Salz. Dieses wirkt sich steigernd auf den Blutdruck aus und kann so den Tinnitus verstärken.

Eine positive Wirkung wird außerdem oft der Aufnahme von magnesiumhaltigen Nahrungsmitteln nachgesagt. Magnesium wirkt auf zwei verschiedene Arten: Einerseits wirkt es sich entspannend auf die Muskulatur und das Nervensystem aus. Dadurch trägt es zum allgemeinen Wohlbefinden bei und beugt Stress vor. Andererseits trägt es (als direkte Folge der Muskelentspannung) auch zu einer Weitung der Blutgefäße bei. Dies verringert also ebenfalls den Blutdruck. Viel Magnesium enthalten beispielsweise Fisch, Geflügel, Bananen, Nüsse, Kartoffeln und Spinat.

Ein Ernährungstipp, auf den man ebenfalls häufig stößt: Ginkgo-Tee zu trinken. Während Ginkgo Biloba im allgemeinen zwar tatsächlich hilfreich zu sein scheint und auch in der Infusionstherapie oft eingesetzt wird, ist vom Genuss von Tee aus Ginkgo in den meisten Fällen abzuraten. Ginkgo-Tee wird oft nicht so gut kontrolliert wie die entsprechenden Medikamente oder Präparate und enthält deshalb einen großen Anteil an Ginkgolsäure.

Diese kann Entzündungen fördern und Allergien auslösen. Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb in vielen Fällen empfehlenswerter. Bei der Herstellung wird versucht, dieses Beiprodukt zu entfernen.

Zu Beachten

Wie oben schon beschrieben, können äußerst unterschiedliche Dinge für den Tinnitus verantwortlich sein. Es ist deshalb schwer, eine spezielle Ernährung für den individuellen Fall zu finden und praktisch unmöglich, eine Ernährung vorzuschlagen, die in allen Fällen wirkt.

Es scheint deshalb eine sinnvolle Idee zu sein, die Ernährung nicht speziell auf den Tinnitus einzustellen, sondern stattdessen eine allgemein gesunde Diät zu wählen, die einem zusagt. Die meisten allgemein gesunden Nahrungsmittel gehören auch zu den gegen Tinnitus empfohlenen. Durch diesen generalisierten Ansatz kann auch eine zu einseitige Ernährung verhindert werden, die unter Umständen wieder zu anderen Symptomen führen würde. Eine beliebte und sehr gesunde Methode ist beispielsweise die basische Ernährung, die sich unter anderem durch einen weitestmöglichen Verzicht auf Fleisch und Fisch auszeichnet.

Es sollte immer darauf geachtet werden, dass man nicht allzu sehr unter der Ernährungsumstellung leidet. Sie sollte auf keinen Fall aus stressigem Zählen von Kalorien und Aufrechnen von irgendwelchen Nährwerten bestehen. Bekommen Sie ein allgemeines Gefühl für die Dinge, die gesund sind. Genießen Sie danach die Diät wie ein Hobby und nutzen Sie sie als Chance, um neue Rezepte auszuprobieren und Ihren kulinarischen Horizont zu erweitern.

Drastische Einschnitte in die Ernährung sollten immer in Absprache mit einem Arzt oder einem Ernährungsexperten geschehen. So kann man verhindern, dass man durch die Umstellung zu wenig von wichtigen Nährstoffen zu sich nimmt, andere Symptome auslöst und so dem Körper schadet.